Brüder im Geiste: Kabarett in der Paul-Gerhardt-Gemeinde

Pfarrer Thomas Stephan (Foto: Renardo Damme)

Pfarrer Thomas Stephan

Lutz von Rosenberg Lipinsky und Kerim Pamuk sind am vergangenen Donnerstag mit ihrem satirischen Duo-Projekt „Kabarett zwischen Kreuz und Koran“ in der Niederräder Paul-Gerhardt-Gemeinde aufgetreten. Der Saal war erwartungsgemäß bis auf den letzten Platz besetzt, und so erntete Pfarrer Thomas Stephan den ersten Applaus des Abends auch für seinen Wunsch, so möge es doch bitte am Sonntag beim Gottesdienst auch aussehen.

Um Religion ging es dann aber auch an diesem Abend: Die Protagonisten des Abends sind ein evangelischer Theologe aus Ostwestphalen, nach Hamburg emigriert (Lutz von Rosenberg Lipinsky) und ein Orientalist, an der türkischen Schwarzmeerküste geboren und in Hamburg aufgewachsen (Kerim Pamuk).

Brüder im Geiste

Der voll besezte Gemeindesaal der Paul-Gerhardt-Gemeinde (Foto: Renardo Damme)

Voll besetzter Gemeindesaal der Paul-Gerhardt-Gemeinde

„Brüder im Geiste. Kabarett zwischen Kreuz und Koran“ ist das erste gemeinsame Projekt der Künstler. Religiöse Themen haben beide schon früher in ihren Soloprogrammen verarbeitet, 2014 haben sie sich dann fast schon folgerichtig zum Show-Duell zusammengefunden und nehmen seitdem Islam und Christentum gemeinsam unter die Lupe – und sich selbst dabei nicht allzu ernst.

Wer hat die bessere Religion? Das Scoreboard bringt die Wahrheit ans Licht

Wer hat die bessere Religion? Das Scoreboard bringt die Wahrheit ans Licht

 

 

Duell der Weltreligionen

Im interreligiösen Showkampf geht es um die großen Fragen des Glaubens: Welcher Gott war zuerst da? Wessen Buch ist heiliger? Wer hat es geschrieben und wie hat er es gemeint? Warten auf weibliche islamische Märtyrer im Paradies 72 Jungmänner? Wer spielt im christlichen Himmel die Harfe? Aber auch: Wer hat die meisten Seelen auf dem Gewissen. Kerim Pamuk und Lutz von Rosenberg Lipinsky schrecken auch vor heiklen Themen nicht zurück, richtig böse werden sie dabei aber nie.

Lutz von Rosenberg Lipinsky (links) und Kerim Pamuk

Lutz von Rosenberg Lipinsky (links) und Kerim Pamuk

Irgendwie ist bei allen Gegensätzen doch Versöhnung möglich, lautete die optimistische Botschaft des Abends. Die Stimmung im Publikum war dementsprechend gut. Obwohl Lutz von Rosenberg Lipinsky hörbar erkältet ist, wird es ein langer und kurzweiliger Abend in der Paul-Gerhardt-Gemeinde. In der Pause gab es zur Stärkung – ganz gegen das viel zitierte Karge des Protestantismus – Snacks und Getränke. Eine nette Geste der Gemeinde übrigens: Die vielen freiwiligen Helfer waren als Dank für ihr Engagement eingeladen.

Es bleibt am Schluss noch zu bemerken, dass die Protesanten im Publikum wohl in der Überzahl waren, die Katholiken hingegen weniger aber lauter – und die religiösen Minderheiten… eben doch auch hier in der Minderheit. Die Welt ist zweifellos ein bisschen besser, wenn wir lachen können über das, was uns unterscheidet; und noch ein bisschen besser wird es, wenn wir gemeinsam lachen. Dafür brauchen wir zweifellos noch ganz, ganz viele Pamuks und Rosenbergs. Aber diese beiden sind ein guter Anfang!

Fotos: Renardo Damme via Facebook

 

 

 

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