Solidarität zeigen: FRANKFURT4U auf der EKHN Flüchtlingskonferenz

Am Samstag, den 4. Februar 2017 hat die evangelische Kirche zur Flüchtlingskonferenz ins Dominikaner Kloster in Frankfurt eingeladen. Dort hat sich FRANKFURT4U, das Netzwerk Migration Frankfurt, mit einem Ausstellungsstand vorgestellt. Bei dieser Konferenz ging es unter dem Titel „Kirche im Aufbruch“ darum, den Austausch unter den vielen Projekten möglich zu machen. Dabei stellten die Veranstalter die Frage: „Was wird ganz konkret in der Arbeit mit Flüchtlingen gebraucht“. Auch die politische Rolle der Kirchen stand im Blickfeld. Zudem sollte die Konferenz mit der den Aufgaben auseinandersetzen, die die vielfältiger werdende Gesellschaft mit sich bringt.

Bericht von Karina Kussius

In der Kirche des Dominikanerklosters waren am Vormittag ca. 20-25  Initiativen, Projekte, Organisationen mit Ständen vertreten. Über 400 Besucher nutzten die Gelegenheit, sich über ihre Angebote zur Integration zu informieren. Die Projekte reichten von Verbraucherzentrale zur Beratungsleistungen, zum Beispiel bei Vertragsabschlüssen, über Malworkshops der Uni Darmstadt bis zur Break Dance Gruppe einer Kirchengemeinde.

Die jungen Männer, die das Netzwerk Migration begleitet haben, haben abwechselnd den Stand besetzt und aktiv Leute angesprochen, Fragen zu Ihrer Situation und zum Netzwerk beantwortet. Ein echtes Kompliment war in diesem Fall die Frage „Was, du bist ein Flüchtling?“

Ein Zeichen für Solidarität

Volker Jung, der Präsident der Evangelischen Kirche Hessen Nassau, verlangte in seiner Rede, dass wir uns vor der Not der Menschen nicht verschließen: „Migration ist weltweit eine große Herausforderung. Diese Aufgabe kann nicht durch den Bau von Mauern oder gar mit Waffen gelöst werden.“ Die Not der Menschen in Syrien, Afghanistan, Eritrea oder auch in den Flüchtlingsladen in Griechenland dauert an. Die Kirchen wollen deshalb nicht nur die Situation der Flüchtlinge in Deutschland verbessern, sondern auch die Familienzusammenführung erleichtern.

Nach der Mittagspause hat eine Internationale Band Lieder unter anderem aus dem arabischen Raum gespielt. „Unsere Jungs“ waren sehr berührt in diesem Rahmen Heimatklänge zu hören und mitsingen zu können. Danach ging es in die Gruppendiskussionen mit Themen unter anderem wie Vernetzung, Partizipation, Grenzen, Selbstvergewisserung unter den Gesichtspunkten „Wo stehen wir heute, was brauchen wir und was brauchen wir von der Kirche“.

Nach einer beeindruckenden Break Dance Show von Jugendlichen der Bad Vilbeler Christusgemeinde wurden in der Abschlussdiskussion die Ergebnisse zusammengetragen: Kirche muss sich einmischen, Austausch möglich machen und zusammenarbeiten. Flüchtlinge sollten unabhängig von den Herkunftsländern Angebote wie Integrationskurse und Deutschunterricht erhalten. Vor allem ist ein wertschätzendes Miteinander das Ziel.

FRANKFURT4U stellt sich auf der Flüchtlingskonferenz vor

Für FRANKFURT4U war die Konferenz eine tolle Gelegenheit sich vorzustellen. Dabei standen kirchliche Positionen gar nicht im Vordergrund, als das Netzwerk Migration im Oktober 2015 gegründet wurde. Es haben sich einfach Menschen zusammengefunden, die Helfen wollten. Einige waren mit dem Wunsch gekommen „etwas zu tun“, wussten aber nicht, wie sie sich engagieren können. Andere hatten Ideen und suchten Mitstreiter. Einige wiederum wollten Kenntnisse und Erfahrungen aus anderen Bereichen in die Projekte einbringen. Und so fanden sich Teams zu verschiedenen Interessengebieten zusammen:

  • Begleitung und direkte Hilfe
  • Sport und Freizeit
  • Kunst und Kultur
  • Sprache und Bildung
  • Materielle Hilfe

Aus den Gruppen sind inzwischen viele lokale Projekte für und mit Flüchtlingen in Niederrad, Schwanheim und Goldstein entstanden. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen am Stand des Netzwerks Migration Frankfurt. Engagierte Frankfurter begleiten Flüchtlinge zu Behörden, sie helfen bei der Suche nach Ausbildungsplätzen, vermitteln Sprachpaten und vieles mehr. Seit über einem Jahr schon gibt es in Niederrad eine Kleiderkammer; Flüchtlinge können sich dort mit dem Nötigsten ausstatten – und sie finden immer auch Ansprechpartner für alle möglichen Themen. Auch viele Projekte, die zum Mitmachen und Kennenlernen anregen, sind erfolgreich angelaufen: Frühstück & Sprechen, Internationaler Spieleabend, Sport von Marathon bis Kinderturnen gehören zum festen Programm.

Fazit: Es war ein sehr beeindruckender Tag. Viele Projekte können nur auf Ehrenamtliche zurückgreifen. Daher geht der Aufbau eben genau so langsam, wie es halt tatsächlich geht. Ohne Netzwerke und Austausch von Erfahrungen und Wissen geht es nicht.

Einige waren überrascht, dass wir erst seit Ende 2015 tätig sind und ich kann das jetzt im Vergleich nur bestätigen, wir haben allen Grund stolz auf das zu sein was wir bisher schon erreicht haben.

Wer mitmachen möchte, erreicht das Koordinationsteam per E-Mail an orga@netzwerk-migration-frankfurt.de